QuasiMetafisico

                                 Literatur Verlag Bernhard Luipold

 

                                               

 

Home

 

 

Titel

 

 

Bestellen

 

 

García Lorca

 

 

Buenos Aires

 

 

Impressum

 

 

Obduktionsinstrumente

 

Federico García Lorca

 

Federico García Lorca, *14. 2.1898 Fuente Vaqueros (Granada), ermordet 19. 8. 1936 in einer Schlucht bei Viznar (Granada).

Studienzeit in Granada und Madrid, bereits hier Verbindungen zu führenden spanischen und lateinamerikanischen Schriftstellern und Künstlern, mit denen er bis zu seinem Tod befreundet bleibt, Dalí, Falla, Guillén, Alonso, Aleixandre, Alberti, Buñuel, Neruda ...

Reisen durch Europa und nach Amerika (s. Poeta en Nueva York, Dichter in New York). Aufnahme sozialer und politischer Gesichtspunkte in sein lyrisches und dramatisches Werk. Mitbegründer des Bundes Antifaschistischer Intellektueller (mit Alberti und Bergamín).

 

Am 18. 6. 1936 beginnt der spanische Bürgerkrieg mit der Rebellion der in der Kolonie Spanisch-Marokko stationierten Truppen. Unter der Führung des auf die Kanaren abgeschobenen falangistischen Generals Francisco Franco richtet sie sich gegen die Republik und führt zu einem dreijährigen blutigen Gemetzel, das Spanien auch nach dem Sieg der Falange auf lange Zeit in zwei Teile spalten wird. Die Falangisten werden von Italien und Deutschland (Legion Condor), die Republikaner von Frankreich und der Sowjetunion mit Material und Truppen inoffiziell unterstützt.

Neuere Quellen belegen, daß zur Übersetzung der ersten Invasionstruppen von Nordafrika nach Südspanien deutsche zivile Lufthansa-Flugzeuge auf Befehl Hitlers eingesetzt wurden, während die republikanische Regierung in Madrid noch davon ausging, daß die Meuterer so schnell nicht einen Krieg im Mutterland beginnen könnten. So ist auch das rasche Vordringen der Aufständischen zu erklären, die im Süden der iberischen Halbinsel zunächst kaum auf organisierten Widerstand trafen.

 

 

 

Lorca, der über die militärische Lage nur unzureichend informiert war und bei Ausbruch des Bürgerkrieges nach Granada zurückkehrte, wähnte sich dort noch ziemlich sicher, obgleich er über die gegen ihn gerichteten Drohungen der Falangisten sehr wohl informiert war. Deren Haß hatte er sich wegen seiner offenen Gesellschaftskritik und seiner Homosexualität zugezogen.

Die Front hatte jedoch die Region Granada bereits erreicht. So wurde Lorca schon einen Monat nach Beginn der Kämpfe festgenommen. Wenige Tage nach seiner Verhaftung wurde er ohne Prozeß von einer "Todesschwadron" der Falangisten mit anderen Opfern in einer Schlucht bei Granada erschossen.

Über die Hintergründe seiner Ermordung ist trotz gründlicher Untersuchungen noch nicht das letzte Wort gesprochen, obwohl sein Werk und sein persönlicher Einsatz den Satz seines falangistischen Denunzianten Ruiz Alonso bestätigen: "Er hat mit seiner Feder mehr Unheil angerichtet als andere mit der Pistole."

Bis 1953 blieben Lorcas Werke unter dem Franco-Regime vollständig verboten. Erst nach Francos Tod 1975 konnte Lorcas Leben und Werk in Spanien wieder offen diskutiert werden. Heute gilt er in Spanien als einer der bedeutendsten spanischen Dichter des 20. Jahrhunderts - seine Homosexualität wird allerdings weiterhin als ein zu verschweigender Makel behandelt.

 

Lorcas Theaterstücke sind fast alle zur Zeit der II. Spanischen Republik in seinen letzten Lebensjahren entstanden. Bereits 1932 zog er im Auftrag des Erziehungsministeriums mit dem Studententheater La Barraca durch die spanischen Provinzen, um der jahrhundertelang in geistiger Unterentwicklung gehaltenen Landbevölkerung ihr kulturelles Erbe (Cervantes, Lope de Vega, Calderón ...) zu vermitteln.

Seine äußerst bühnenwirksamen Stücke, in denen er Kritik an den veralteten Konventionen und an der Scheinmoral einer noch semifeudalen Landhierarchie übte, müssen auch vor dem Hintergrund der sozialen und kulturpolitischen Reformen der Republikaner gesehen werden, die etwa die Veränderung der Rolle der Frau, die Aufhebung des Gegensatzes zwischen Stadt und Land und die Hebung des Bildungsniveaus zum Ziel hatten.

 

 

 

 

 

Werke (Auswahl)

 

Gedichte. Spanisch und deutsch, Frankfurt am Main
 

Zigeunerromanzen, Primer romancero gitano 1924–1927, Frankfurt am Main
 

Diwan des Tamarit. Diván del Tamarit. Sonette der dunklen Liebe. Sonetos del amor oscuro
 

Dichter in New York. Poeta en Nueva York, Gedichte, Frankfurt am Main
 

Impressionen und Landschaften, Frankfurt am Main
 

Die Stücke, in neuer Übersetzung, Frankfurt am Main
 

Bluthochzeit / Yerma, deutsch von Enrique Beck, Frankfurt am Main 1954

 

Bernarda Albas Haus, deutsch von Hans Magnus Enzensberger, Stuttgart

 

Das Publikum / Komödie ohne Titel, zwei Stücke aus dem Nachlass, deutsch von Rudolf Wittkopf

 

Mariana Pineda. Sobald fünf Jahre vergehen, zwei Theaterstücke, Frankfurt am Main

Tragikomödie des Don Cristóbal und der Doña Rosita, Farce für Puppen in sechs Bildern und einem Vorspiel,
Frankfurt am Main

Die wunderbare Schustersfrau. Don Perlimplín gibt sich im Garten der Liebe zu Belisa hin, zwei Theaterstücke,
Frankfurt am Main


Briefe an Freunde. Interviews. Erklärungen zu Dichtung und Theater, Frankfurt am Main
 

Briefe an Jorge Guillén, deutsch von Enrique Beck, Wiesbaden 1976, Originaltitel: Federico en persona

 

 

Literatur

 

Ian Gibson: Federico García Lorca. Eine Biographie, aus dem Englischen von Bernhard Straub. Mit zahlreichen Abbildungen, Frankfurt/M. 1994
 

David Johnston: Federico García Lorca. Leben hinter Masken. Biographie. Düsseldorf und Zürich 2003

 

Ernst Rudin: Der Dichter und sein Henker? Lorcas Lyrik und Theater in deutscher Übersetzung, 1938-1998. Kassel 2000

 

Ernst Rudin: Übersetzung und Rezeption García Lorcas im deutschen Sprachraum. Vorträge des Casteler Kolloquiums, 17.19. Oktober 1996, Edition Reichenberger, Kassel 1997

 

Peter Osterried: Federico García Lorca: der Dichter im Zwielicht der Melancholie, Essen 2005

 

Bernhard Luipold: Jagd in der Dämmerung, Roman, Stuttgart 2007; siehe [Titel]

 


Film

 

Lorca - Mord an der Freiheit. 105 min. Sony Pictures 1996
 


 

Quellen: Weltliteratur im 20. Jahrhundert. Autorenlexikon, rororo; Ian Gibson: Federico García Lorca; versalia.de

Bildnachweis: museogarcialorca.org

 

 

  

                       

 

 © Bernhard Luipold Literatur Verlag